ERSTES TREFFEN IM BE… 57 Kinder wachsen in Pflegefamilien auf

Im Landkreis Börde gibt es derzeit 180 Pflegekinder, die in 100 Pflegefamilien leben. Die 32 dieser Familien, die im alten Bördekreis zu Hause sind, haben sich am Sonnabend in Oschersleben getroffen.

Oschersleben l Neun Jahre ist Sylvia alt. Sie wohnt in Domersleben. Nicht bei ihren leiblichen Eltern, sondern bei Pflegeeltern, bei Marion und Frank Eichert. Und das seit viereinhalb Jahren. Widrige Umstände hatten es seinerzeit nicht mehr erlaubt, dass Sylvia bei ihren leiblichen Eltern blieb. So dass sie nun die Hälfte ihres bisherigen Lebens gut behütet bei den Eicherts lebt.

Die beiden haben mit dem fast 18-jährigen Sebastian nicht nur ein zweites Pflegekind bei sich, sondern noch viel mehr Pflegeerfahrungen. Denn Sylvia ist inzwischen das neunte Kind, das Marion und Frank Eichert seit 1995 bei sich aufgenommen haben. Manche Kinder nur für eine bestimmte Zeit, da die Umstände eine Rückkehr zu ihren leiblichen Eltern wieder zugelassen hatten. Andere Kinder lebten bei ihnen bis sie volljährig und selbstständig geworden sind. „Wir haben noch zu fast allen unseren bisherigen Pflegekindern Kontakt“, sagen Marion und Frank Eichert: „Pflegeeltern zu sein ist nicht immer einfach, aber es bringt auch sehr viel Freude.“

Und genau das war am Sonnabend im Sitzungssaal des Oschersleber Landratsamtes zu spüren. Denn dorthin hatte Heiderose Röhlig, Landkreis-Mitarbeiterin für Pflegekinder- und Adoptivvermittlung, die 32 Pflegeeltern eingeladen, die sich im alten Bördekreis um insgesamt 57 Pflegekinder kümmern.

Und noch bevor es offiziell wurde, haben hier und da die Kinder miteinander gespielt und haben Eltern zusammengestanden oder auch zusammengesessen, um Erfahrungen auszutauschen. Als Ansprechpartner wurde dabei neben Heiderose Röhlig vor allem Tino Kopf gesucht. Denn der Oschersleber ist Vorsitzender des Vereins Pflege- und Adoptivfamilien Börde. Ein Verein, der sich zum einen um die Belange der 100 Pflegefamilien und deren 180 Pflegekinder, die es im gesamten Landkreis Börde gibt, kümmert. Der aber auch eng mit dem Fachdienst Jugend der Kreisverwaltung zusammenarbeitet.

Ein Fachdienst, dessen Struktur derzeit etwas verändert wird. Worüber die Pflegeeltern am Sonnabend im offiziellen Teil der Veranstaltung informiert worden sind. In dem sich Heiderose Röhlig aber auch bei allen Pflegeeltern „ganz herzlich für die Bereitschaft und das große Engagement“ bedankt hat.

Und gedankt hat die Landkreis-Mitarbeiterin dann auch den Eltern, die für diese Veranstaltung etliche Kuchen gebacken hatten. So dass das Ganze im zweiten Teil ein gemütliches Beisammensein wurde.

Gelegenheit für Heiderose Röhlig darauf hinzuweisen, dass im Landkreis weitere Pflegeeltern gesucht werden. Nicht nur für eine Dauerpflege bis zur Volljährigkeit der Kinder oder für eine Kurzzeitpflege, bis die Mädchen und Jungen zu den leiblichen Eltern zurückkönnen. Sondern auch für eine Bereitschaftspflege, die erforderlich ist, wenn leibliche Eltern aus den verschiedensten Gründen von jetzt auf gleich ausfallen.

Informationen über die Voraussetzungen, die Pflegeeltern erfüllen müssen, über Weiterbildungsmöglichkeiten und auch die einzelnen Schritte bis zur Aufnahme von Pflegekindern erteilt Heiderose Röhlig unter Telefon (03904)72406313.

https://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/wanzleben/985180_57-Kinder-wachsen-in-Pflegefamilien-auf.html

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