Über 13.000 Inobhutnahmen von Kindern in NRW

NRW

  • 2017 deutlich weniger Inobhutnahmen als 2016
  • Im Zehnjahresvergleich aber starker Anstieg
  • Besonders Jugendliche von 14 bis 18 betroffen

Die Zahl der Fälle von Minderjährigen, die vom Jugendamt aus ihren Familien genommen werden müssen, ist in NRW von 2016 auf 2017 stark gesunken. Im Zehnjahresvergleich weisen die Fallzahlen allerdings einen enormen Zuwachs auf. Das geht aus einer am Mittwoch (07.08.2019) veröffentlichten Antwort des NRW-Familienministeriums auf eine Oppositionsanfrage aus dem Düsseldorfer Landtag hervor.

2016 noch über 22.000 Fälle

Laut amtlicher Kinder- und Jugendhilfestatistik wurden 2017 in NRW insgesamt 13.484 Inobhutmaßnahmen als vorläufige Schutzmaßnahmen der Jugendämter vollzogen. Ein Jahr zuvor hatte diese Zahl mit 22.193 Fällen wesentlich höher gelegen. Jüngere amtliche Daten gibt es nach Angaben des Ministeriums noch nicht.

Starker Anstieg im Vergleich zu 2008

Im Vergleich zu 2008 (9.347 Inobhutnahmen) stiegen die Fallzahlen in NRW um über 44 Prozent. Die Daten geben nicht die Kopfzahl der betroffenen Kinder wieder. Die Jahressumme der Fälle kann auch Minderjährige umfassen, die mehrfach in Obhut genommen werden mussten.

Jugendliche melden sich selten selbst

Die größte Gruppe der Betroffenen umfasste im gesamten Zehnjahresvergleich Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren – hier gab es 2017 zuletzt 8.329 Inobhutnahmen. Nur in jedem siebten Fall regten die Kinder und Jugendlichen 2017 die Schutzmaßnahme selbst an. Weit überwiegend ging der Schritt – in allen Altersklassen und Jahren – von Sozialdiensten, Jugendämtern, Polizei und Ordnungsbehörden, Lehrern, Erziehern, Ärzten, Nachbarn, Verwandten oder auch den Eltern selbst aus.

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/lippe-sexueller-missbrauch-jugendamt-100.html

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