Prozess in Zwickau : Vater soll Tochter missbraucht haben, während die Stiefmutter filmte

Zwickau/Plauen – Ihre Kindheit war die Hölle. Immer wieder sollen die Geschwister Emilie und Paul (Namen von der Redaktion geändert) missbraucht worden sein. Nach außen gaben ihre Eltern die glückliche Patchwork-Familie.

Antonio T. (heute 40) bringt Tochter Emilie, Eva S. (30) ihren Sohn Paul mit in die Partnerschaft, zwei gemeinsame Kinder vergrößern später die Familie. Doch das Bild, das sie u. a. in den sozialen Netzwerken zeigen, ist offenbar eine große Lüge.

23 Tatvorwürfe aufgelistet

T. soll seine Tochter mehrfach vergewaltigt und sie als 14-Jährige sogar geschwängert haben. Auch an Paul soll sich der Verkäufer vergangen haben. Eva S. soll ihrem Mann dabei geholfen und die Taten mit dem Handy aufgenommen haben. Staatsanwältin Angelina Kammerloher wirft dem Paar schwere Vergewaltigung, Missbrauch und Erstellung von Kinderpornos vor. 23 Punkte sind bei der Anklage am Landgericht Zwickau (Sachsen) aufgelistet.

„Bei einem Arztbesuch kam heraus, dass Emilie schwanger ist, sie wurde vergewaltigt“, schildert ihre leibliche Mutter (30) unter Tränen. Sie hätte schon vor neun Jahren befürchtet, dass ihr Ex sich während der Besuchswochenenden an dem Mädchen vergeht und Anzeige erstattet. „Es fehlten aber die Beweise. Man hat meiner Emilie damals nicht geglaubt. Man hat sie im Stich gelassen“, sagt sie leise. Und wirft den Behörden, besonders dem Jugendamt, vor, ihre Hinweise nicht ernst genommen zu haben.

Offenbar weitere Tochter von Missbrauch betroffen

Emilie wird von einer Psychologin behandelt, geht zur Reittherapie. Ihre leibliche Mutter will alle Verhandlungstage verfolgen. „Ich will, dass jeder weiß, was diese Menschen den Kindern angetan haben.“ In einem Rechtsgespräch erklärte die Staatsanwaltschaft, dass ein weiteres Verfahren gegen das Paar läuft. Es bestehe der dringende Verdacht, dass auch die 2016 geborene gemeinsame Tochter missbraucht worden sein soll. Das Kind lebt inzwischen mit seinen beiden leiblichen Geschwistern im Heim.

Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen. Der Prozess wird fortgesetzt. Der Richter steckte bereits einen möglichen Strafrahmen ab: acht bis zehn Jahre Knast für T. und zwei bis drei Jahre für S.

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