Görzker bedroht Jugendamt: SEK rückt an

Görzke; Spektakulärer Einsatz von Beamten des Polizeireviers Bad Belzig, die Verstärkung von Bereitschaftspolizei und Sondereinsatzkommando (SEK) erhalten haben. Am Montag gegen 6 Uhr rückten sie in der Görzker Kirchstraße an. Dort sollte das Spezialkommando auf Beschluss des Amtsgerichtes Potsdam ein Grundstück durchsuchen.

Ein Bewohner habe dort gegen das Waffengesetz verstoßen, lautete der Verdacht. Er hat sich bestätigt. Tatsächlich fanden die Polizisten dann einen laut Waffengesetz verbotenen Gegenstand, teilt die Polizeidirektion West nach der dreistündigen Kontrolle mit. Nicht nur das: Zusätzlich wurden vier Cannabispflanzen entdeckt und sichergestellt. Der Beschuldigte wurde zunächst ins Polizeirevier Bad Belzig mitgenommen. Dort sei ihm rechtliches Gehör geschenkt worden, heißt es weiter. Schließlich kam der 38-Jährige im Lauf des Vormittags wieder auf freiem Fuß.

Familie seit 2015 in Görzke

Es handelt sich um einen tschechischen Bürger. 2008 soll er nach Deutschland übergesiedelt sein. Seit fünf Jahren ist er mit seinen Geschwistern nun in Görzke ansässig. Die Nachbarn machen laut eigenem Bekunden einen Bogen um das Grundstück und hüllen sich ins Schweigen. Zumindest sollen die Gesetzeshüter schon häufiger dort im Einsatz gewesen sein, wird berichtet.

Dazu und zum aktuellen Tatvorwurf will sich die Polizei nicht äußern. Hintergrund, so konnte die MAZ vor Ort erfahren, ist eine Auseinandersetzung mit dem Jugendamt der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark. Die Behörde habe dem Verdächtigen vor geraumer Zeit die Erziehung von drei minderjährigen Kindern untersagt, erklärt sein ein Jahr älterer Bruder ohne Umschweife.

Drohung ans Jugendamt gesendet

Wie es in der Begründung des Durchsuchungsbefehls heißt, habe Michal C. der Behörde und der Tochter eine Nachricht geschickt. Auf dem Foto sei ein Soldat mit angelegtem Gewehr abgebildet gewesen. Dazu lautete die Drohung: „Alle werden schon sehen, was sie davon haben“, heißt es in dem Schreiben. „Das hat mein Bruder in einer Nacht im Februar oder März abgesendet, als er betrunken war“, versucht Josef C. zu beschwichtigen. Inzwischen hätte sich die Familie schon entschuldigt, behauptet er.

Ob das stimmt, bleibt ungewiss. Jugendamtsleiter Bodo Rudolph ist für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Polizei verteidigt Wahl der Mittel

Indes beklagen die von der Aktion betroffenen Angehörigen, dass der Einsatz brutal gewesen sei. Sie fühlen sich diskriminiert, sagt Josef C. Doch dieser Vorwurf wird vom Polizeipräsidium Potsdam zurückgewiesen. „Die Wahl der Mittel war allemal verhältnismäßig“, sagt Sprecher Torsten Herbst zum Einsatz von etwa zwei Hand voll Bereitschaftspolizisten sowie SEK-Beamten als Verstärkung. Lediglich das Schloss am Hoftor sei beschädigt worden. Auch der Vorwurf, rassistischer Diskriminierung entbehrt laut Auswertung jeglicher Grundlage.

Tatsächlich hat der 38-Jährige im späteren Verlauf der Durchsuchung noch über Rückenschmerzen geklagt. Deshalb sei der Rettungsdienst hinzugezogen worden, der den Beschuldigten untersucht hat. „Eine Behandlung im Krankenhaus war jedoch nicht erforderlich“, bekräftigt Oliver Bergholz als Sprecher der Polizeidirektion West.

https://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam-Mittelmark/Ziesar/SEK-Einsatz-in-der-Kirchstrasse-in-Goerzke?fbclid=IwAR2KxOrlwX6qJfleS5-uBW8naxzqsuwpn7Ro2i6B12lNRXUjYijOiswF_Vg

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